Zweiter Video-Gottesdienst live aus Hamburg

Aufgrund der Corona-bedingt geschlossenen Kirchen fand am heutigen Sonntag, 29. März 2020, der zweite Video-Gottesdienst der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland statt. Neben YouTube, IPTV und Telefon konnte der Gottesdienst auch im Sachsen-Fernsehen via Internet, per Antenne und Kabel empfangen werden. Um Aufwand und Risiko in Pandemie-Zeiten gering zu halten, gestalteten drei Hamburger den Gottesdienst: Apostel Steinbrenner, Apostel Schulz und Organist Peper.

Apostel Jörg Steinbrenner führte heute den zweiten zentralen Sonntags-Gottesdienst während der Corona-Krise durch und kam damit der Bitte von Bezirksapostel Rüdiger Krause nach. Dieser hatte bereits eine Woche zuvor den Auftakt zur Video-Gottesdienstreihe gemacht und durch Apostel Steinbrenner Unterstützung in Form eines Predigtbeitrags erfahren.

Heute ergänzte Apostel Dirk Schulz die Hauptpredigt, die Johannes 10,27-29 zur Grundlage hatte: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen.“


Vom Lohn der Nachfolge

Apostel Steinbrenner verknüpfte die Verse aus dem Johannes-Evangelium mit dem Aspekt „Der Lohn der Nachfolge“, wie er in den anderen drei Evangelium überliefert ist. Hier richtet Petrus die Frage an Jesus: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür zuteil?“ (Matthäus 19,27b) Jesu Antwort in den Versen 28 und 29 lautet zusammengefasst: „Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet (…) das ewige Leben ererben.“

In diesem Zusammenhang sei auch der Auszug aus dem 10. Kapitel des Johannes-Evangeliums zu verstehen, so der Apostel: Jesus, der gute Hirte, schenke seinen Schafen, die ihm nachfolgten, das ewige Leben. Somit sei auch die Nachfolge-Fähigkeit als eine wichtige Eigenschaft des Schafes zu verstehen, wann immer Jesus dieses Bild verwendet.


Über das Bild des Schafes

Der Apostel stellte weitere Eigenschaften des Schafes heraus – wobei er sich bei den Erklärungen besonders an zuhörende Kinder zuhause wandte – und übertrug diese auf die Schafe Jesu, also auf gläubige Christen, die Jesus als guten Hirten nachfolgen. Schafe würden die Gemeinschaft suchen, friedlich statt bissig sein – schließlich wären sie keine Raubtiere –, und zusammenrücken, wenn es gefährlich um sie herum würde.

Das Zusammenrücken sei auch jetzt, inmitten der Corona-Krise, wichtig, nicht buchstäblich verstanden, sondern dahingehend, dass „wir alle eng miteinander verbunden sind“, so Apostel Steinbrenner. Diesen Gedanken bewegte er auch in den Gebeten und ermunterte in der Predigt, das Verbundensein untereinander weiter zu pflegen.

„Dir nur will ich folgen nach“

Apostel Dirk Schulz unterstrich diesen Gedanken und betonte unter anderem, dass die Gebete zu Gott und füreinander das Verbundensein stärken würden; er fasste mit einem Aufruf zusammen: „Arbeiten wir mehr denn je an unserer Beziehung zu unserem himmlischen Vater, unserem Hirten, und an unserer Beziehung zur Gemeinde.“

Ferner zitierte Apostel Schulz Stammapostel Schneider und stellte damit auch den Wert des derzeitigen Gottesdienst-Angebots über die modernen Kommunikationswege heraus: „Jeder Gottesdienst ist eine Vorbereitung auf den Tag der Wiederkunft Jesu Christi.“ Abschließend verwies er auf die gemeinsam gesungene erste Strophe des Liedes 370: „Herr, mein Heiland und mein Hirte, der des Lebens Bahn mir brach, ich bin dein von ganzem Herzen, dir nur will ich folgen nach.“

Musik weiter mit hohem Stellenwert

Für den musikalischen Rahmen sorgte wie schon am Sonntag, 22. März, Bezirksevangelist Wolfgang Peper (Hamburg-Nord), der die Orgel spielte und damit den Gesang der beiden Apostel und der Zuschauer und -hörer zuhause begleitete.

Nach typisch neuapostolischem Liedgut zu Beginn und im Gottesdienst, setzte der bekannte, im 18. Jahrhundert verfasste und komponierte Choral „Wie groß ist des Allmächtgen Güte“ den musikalischen Schlusspunkt. Das Mitsingen zuhause war heute – im Vergleich zu letzter Woche – dank Texteinblendungen vereinfacht möglich.

Gottesdienst zum Nacherleben

Ab voraussichtlich morgen wird eine Zusammenfassung des Gottesdienstes als Video zur Verfügung stehen, kurze Sequenzen werden zudem im Laufe der Wochen in den Sozialen Netzwerken veröffentlicht. Mit diesem Service will die Kirche das derzeit eingeschränkte Angebot so gut es geht ausgleichen. Weitere Ideen und Konzepte werden vielerorts in den Gemeinden und Kirchenbezirken umgesetzt (wir berichteten).


Weiter ist im Verlauf des heutigen Tages der Gottesdienst beim privatrechtlichen Regionalsender Sachsen-Fernsehen zu sehen – im TV um 13:30 Uhr wie im Internet unter: www.sachsen-fernsehen.de Möglicherweise wird diese Kooperation mit Sachsen-Fernsehen wiederholt, Entscheidungen dazu stehen aber noch aus. Die Kirche zeigt sich auch für Alternativen grundsätzlich offen.

Ostern mit dem Stammapostel


Stand heute ist davon auszugehen, dass auch nächsten Sonntag die Gottesdienstreihe via YouTube, IPTV und Telefon fortgesetzt wird. Zum weiteren Ablauf werden sich am morgigen Montag der Stammapostel und die Bezirksapostel Europas ein zweites Mal im Rahmen einer Telefonkonferenz beraten; mit Ablauf des heutigen Tages ist das Ende der ersten Planungsphase erreicht (wir berichteten), ein Ausblick für die nächsten Wochen darf erwartet werden. Die Ergebnisse werden umgehend auf den Internetseiten der Kirche veröffentlicht.

Fest steht bereits seit diesem Wochenende: Am Ostersonntag, 12. April 2020, wird Stammapostel Jean-Luc Schneider einen Gottesdienst aus Frankfurt am Main feiern, der weltweit übertragen wird. „Es sei sein Wunsch, sich persönlich an die Gläubigen zu richten“, wie bereits gestern auf nak.org zu lesen war. Und nac.today zitiert Stammapostel Schneider mit den Worten: „Mir ist es wichtig, dass die Gläubigen trotz allem die Möglichkeit haben, das Osterfest in Gemeinschaft zu feiern.“