Kinderfreizeit – Afrika mit Herz und Hand ganz nahe sein!

Abenteuer, Begeisterung, Lebendigkeit, Freudigkeit und Dankbarkeit – diese Worte fallen mir ein, wenn ich das Wochenende beschreiben möchte, das unsere diesjährige Kinderfreizeit des Bezirkes Stendal prägte.

Unsere Kinder des Bezirkes sollten in diesem Jahr besonderen Zuspruch und besondere Fürsorge erfahren. Die Frage war, wie dieses umgesetzt werden könnte? So entstand der Gedanke, eine Kinderfreizeit mit Kinderfest zu gestalten.

Die Jugendherberge „Carl Bolle“ in Milow (Westhavelland), vor wenigen Jahren restauriert und renoviert, bot das ideale Gelände, um sich draußen richtig auszutoben und im Innenbereich komfortabel eingerichtet zu nächtigen und zu speisen. Ein Schmuckstück, das unter vielen Jugendherbergen ihresgleichen sucht.

Für die Kinderfreizeit hatten sich die Kinderbetreuer ein Thema ausgesucht, welches sehr vielschichtig, aber dennoch gut und verständlich den Kindern nahe gebracht werden konnte und viel Begeisterung bei den „Großen“ und Kleinen auslöste.

Warum Afrika?

Unter zwei besonderen Gesichtspunkten wurde dieses Thema gewählt. Zum einen haben dort viele unserer Glaubensgeschwister, insbesondere die Kinder, nicht die Voraussetzungen, wie wir sie hier in Deutschland haben, um z.B. einfach ihr Spielzeug aus dem Schrank zu nehmen und zu spielen, mit Handy oder Laptop einfach zu kommunizieren und up-to-date zu sein oder „gefahrlos“ zu ihren Gottesdienstorten zu kommen.

Zum anderen – und daran schließt sich der zweite Punkt folglich an, wollten wir Betreuer uns mit den Kindern gemeinsam rückbesinnen auf Natürlichkeit, Einfachheit und Kreativität.

Viele Ideen wurden ausgetauscht, aber letztendlich hatten wir uns aus Zeitgründen für fünf Stationen entschieden, die für den Samstag geplant wurden.

Nachdem am Samstagvormittag die „Übernachtungskinder“ (ab Sonntagsschule) mit ihren Betreuern die Zimmer bezogen und sich „häuslich“ eingerichtet hatten und die kleineren Kinder mit ihren Eltern angereist waren, wurden alle herzlich willkommen geheißen und das Kinderfest somit offiziell eröffnet.

Der dort arbeitende junge Koch Matthias hatte an diesem Tag Geburtstag und wurde im Zuge der Eröffnung gleich mit einem „Happy Birthday“ begrüßt. Danach hieß es für die Betreuer, ihre Bastelstationen einzurichten und dann war auch schon Zeit für das leckere Grillbuffet, welches im eleganten Essensaal eingenommen wurde.

Sich auf Einfachheit und Kreativität besinnend wurde nach dem Mittag die erste Station eröffnet und Fußball auf „afrikanisch“ gespielt. Dazu brachten die Kinder alte Kleidungsstücke mit, welche dann zusammengebunden und fixiert einen einfachen Fußball darstellten. Es wurde sowohl für die Kleinen als auch für die größeren und älteren Kinder ein Fußballfeld bereitgestellt – dann hieß es Anpfiff!!

Nachdem alle ihre ersten Kräfte ausgespielt und ihren ersten Durst gestillt hatten, ging es weiter an drei Afrika-Stationen; zeitgleich und im Rotationsprinzip. Eine Station hielt afrikanische Formen, Farben, Muster und Schablonen bereit, an der die Kinder begeistert ihre mitgebrachten Shirts farbenfroh und kunstvoll bemalten und bedruckten; an einer anderen Station konnten die Kinder mit dem natürlichen Werkstoff Holz arbeiten und mithilfe von Astgabeln, Kronkorken, Perlen und Wollfäden eine tolle Rassel bauen.

Die Afrikaner befahren ihre Flüsse zum Fischen zumeist mit Einbäumen oder Flößen – und so hieß es, an einer weiteren Station selbst ein kleines Floß zu fertigen zum Mit-nach-Hause-nehmen; zudem stand dort auch ein größeres Floß, welches von einem Priester der Gemeinde Premnitz zuvor gefertigt worden war; auf diesem konnten die Kinder mit Zahnstocher und Papier kleine Fähnchen stecken und ihre Namen „verewigen“.

Nach den tollen Bastelaktionen konnten sich alle an dem mitgebrachten Kuchen und den Getränken stärken.

Afrika ohne Trommelmusik?

Die Trommel – für Afrika seit Jahrhunderten Kommunikationsinstrument; ihre Rhythmen erzählen Lebensgeschichten, begleiten Stammestänze oder Gesänge.

Nach der Kaffeepause standen ein paar Trommeln bereit, um das Hauptgeschehen dieses Tages mit afrikanischer Musik zum Höhepunkt zu führen. Natürlich durfte das Lied „Ameni“ nicht fehlen!!

Begeisterte Kinder trommelten und rasselten ihre Rhythmen und wollten am liebsten gar nicht aufhören! Doch jedes Kinderfest geht einmal zu Ende, und so fuhren nach dem Gebet die Eltern mit den Jüngsten wieder heim.

Für die anderen war bis zum Abendessen noch ein wenig Freizeit angesagt. Wer wollte, konnte Tischtennis spielen, mit dem Hirten Jürgen Kibbert noch angeln oder einfach seinen Gedanken nachgehen. Derweil wurde von fleißigen Händen der Gemeinde Premnitz der Altarschmuck im schönen Gewölbekeller der Villa für den Kindergottesdienst bereitet. Auch hier fand das Thema Afrika Verwendung. Das Floß mit den Namen der Kinder stand dabei im Mittelpunkt; ein berührender Augenblick und ein schönes Sinnbild: „Alle in einem Boot mit dem gleichen Ziel!“

Nach dem Abendessen begann für die Kinder ein kleines, jedoch langersehntes Abenteuer:

Lagerfeuer und Fackeln erhellten die Gesichter, strahlten Wärme aus und Hirte Jürgen Kibbert hielt eine kleine Abendandacht. Taschenlampen wurden bereits getestet, ging es doch danach dick eingepackt zur Nachtwanderung.

Wir Betreuer hatten uns auf eine eventuell länger andauernde Zur-Ruhe-kommen-Phase eingestellt, aber jedes Kind lag bald, vom Tag fröhlich ausgefüllt, schlafend im Bett.

Auch diejenigen Betreuer, welche zur Nachtwache eingeteilt waren, brauchten sich nicht grämen: Gedanken wurden ausgetauscht, Gespräche, für die sonst wenig Zeit ist, ließen die Müdigkeit in weite Ferne rücken.

Am Sonntag stieg uns der Geruch von frisch gebackenen Brötchen in die Nase, und wir hatten ein köstliches Frühstück; währenddessen wurden die gebügelten, selbst designten Shirts gebracht und verteilt. Anschließend wurden alle Sachen reisefertig verstaut und die Zimmer geräumt.

Die Betreuer richteten den Gewölbekeller für den Kindergottesdienst her und gegen 10:15 Uhr füllte sich der Raum, und die Gottesdienstteilnehmer in ihren selbst designten Shirts wurden mit Violinen- und Klaviermusik begrüßt.

Bezirksevangelist Lutz Breitenstein hielt einen freudigen Kindergottesdienst und jedes Kind konnte sich aktiv einbringen. Als Grundlage diente das Bibelwort Matthäus 28, 19.20: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Der Gottesdienst wurde natürlich mit eifrigem Trommelwirbel und dem Lied „Asante sana Jesu“ beendet.

Nach dem Gottesdienst gab es für alle ein letztes Beisammensein zum Mittagessen, dann hieß es Abschiednehmen, und ein jeder trat reichlich angefüllt mit seinen persönlichen Erlebnissen, gemeinschaftlichen Taten und neuen Freunden die Heimreise an.

Gestattet sei ein großes Dankeschön allen, die mitgeholfen haben, unseren Kindern ein erlebnisreiches und unvergessliches Wochenende zu bereiten, welches noch lange nachklingen wird. Die Kinder haben uns mit ihrer Begeisterung und Fröhlichkeit angesteckt, und wenn nicht sie – wer sonst soll die nächste Generation der Jugend mit Eifer für Gottes Werk prägen?

Stehen wir ihnen zur Seite, hören wir zu und nehmen ernst, was sie in ihren Herzen bewegen!

KiCa Foto: J.R.