Gemeinsames Konzert

Ein von evangelischen und neuapostolischen Christen gemeinsam gestaltetes Konzert zugunsten der Erdbebenopfer in Haiti erbrachte einen Spendenerlös von fast 1.000 EUR.

"Man müsste einmal was gemeinsam machen", war der gemeinsame Tenor, als Pfarrer Michael Frohnert von der evangelischen Gemeinde und Hirte Jürgen Kibbert von der neuapostolischen Gemeinde in Premnitz sich auf dem Neujahrsempfang 2010 des Bürgermeisters trafen. Dieser unkonkrete Gedanke nahm Gestalt an, als die schrecklichen Bilder und Meldungen über die Erdbebenkatastrophe in Haiti die Welt erreichten. Als es daraufhin im Februar das erste Gespräch zwischen beiden gab, war auch schnell ein Termin für das Benefizkonzert in der evangelischen Kirche gefunden.

Nach drei Proben des gemischten Chores der neuapostolischen Gemeinde war es dann am Sonntag, dem 28. Februar soweit. Dabei zeigte sich, dass die 50 ausgehängten Plakate, Zeitungsartikel und über 150 persönlich ausgesprochenen Einladungen nicht vergebens waren. Als gegen 17 Uhr die 22 Sänger und Instrumentalisten die Kirche betraten, wurden sie durch den Applaus der ca. 150 Zuhörer begrüßt. Unter diesen war auch der Bürgermeister der Stadt Premnitz, Herr Roy Wallenta.

Nach einer kurzen Ansprache und Begrüßung durch Pfarrer Michael Frohnert begann der erste Teil des Konzertes, der mit "Trost - Beistand" überschrieben war, mit den vertonten Jesaja-Worten: "Tröstet mein Volk, spricht der Herr, euer Gott" Abwechslungsreich durchbrochen wurden die Darbietungen des Chores durch ein Instrumententrio - bestehend aus Klavier, Posaune und Bratsche -, die das bekannte "Ew'ges Erbarmen" vortrugen. Mit wenigen Worten berichtete Hirte Jürgen Kibbert von der Entstehungsgeschichte des durch Hermann Ober vertonten Gedichtes "Erscheinen meines Gottes Wege" und dem frühen Tod seines Dichters Herbert Sack vor Stalingrad.

Mit dem Verlesen des Psalms 90 durch Pfarrer Michael Frohnert wurde in den zweiten Teil, überschrieben mit "Vertrauen - Hilfe", übergeleitet. Der durch Klavier begleitete Männerchor eröffnete mit dem Lied "Ich bete an die Macht der Liebe". Eine Bläsergruppe mit Schuberts "Heilig, heilig, heilig" und eine Klavier- und Flötendarbietung wechselten sich mit weiteren Chorliedern ab.

Mit einer Geschichte aus China, die das Mögliche oder Unmögliche für uns Menschen beschrieb, wurde der dritte Teil "Zuversicht - Hoffnung" eingeleitet. Diese Geschichte zielte auch darauf, dass das Wenige, was der einzelne Mensch zu geben in der Lage ist, im Angesicht des unendlichen Leides und der katastrophalen Zerstörungen nicht vergebens ist. In solch aussichtslos erscheinenden Situationen nicht zu verzagen, einfach sein Werk zu beginnen und auf Gottes Hilfe zu hoffen, mahnt diese Erzählung an. Das darauf folgende schlichte Frauenchorlied "Mag auch die Liebe weinen" bewirkte sogar, dass nach dem Konzert ein Zuhörer dieses Gedicht haben wollte.

Vor dem Chorlied "Einstens las ich" führte Hirte Jürgen Kibbert die Zuhörer in die geschichtlichen Hintergründe dieses Liedes ein. Nach den Schlussworten von Pfarrer Michael Frohnert, in denen er die Zuhörer zum freimütigen Spenden aufrief, beschloss der Chor mit Rincks "Unser Vater" das fast eineinhalbstündige Konzert. Nach dem heftigen Schlussapplaus erklang "Gott ist die Liebe" als Zugabe.

Die Spenden wurden am Ausgang durch den evangelischen Gemeindepfarrer und durch den neuapostolischen Gemeindevorsteher entgegengenommen. Die Freude am guten Gelingen wurde nochmals gesteigert als das Ergebnis der Einnahmen vorlag: 971,20 EUR! Brüderlich geteilt ging der Betrag zu gleichen Teilen an die Diakonie - Katastrophenhilfe und an NAK - karitativ.