Chorfahrt nach Halle

Die Chorsänger und einige Geschwister der Gemeinde Stendal unternahmen eine Busreise nach Halle/Saale. Ein historischer Rückblick beim Stadtrundgang sowie das Erleben eines Konzertes in unserer dortigen Kirche brachten bewegende Momente im Hinblick auf den Gottesdienst für Entschlafene am nächsten Tag.

Chorsänger und einige Geschwister der Gemeinde Stendal unternahmen am 3. Juli 2004 eine Busreise nach Halle/Saale.

Schon auf der Hinreise gab es interessante Details über die Stadt Halle zu erfahren, insbesondere was Gemeinsamkeiten mit Stendal betrifft. So studierte z.B. der in Stendal geborene Johann Joachim Winckelmann (u. a. Begründer der Klassischen Archäologie) von 1738-1740 in Halle; beide Städte traten im 13. Jh. der Hanse bei und in beiden Orten gab es zur Fortbewegung die Pferdebahn.

Interessant ist auch der Bezug der Stadt Halle zu unserem alten und neuen Gesangbuch. Beide sind beeinflusst von J. Anastasius Freylinghausen, dem bekannten Herausgeber der weit verbreiteten pietistischen Liedersammlung "Geistreiches Gesangbuch" (1704). Freylinghausen war der Schwiegersohn und Nachfolger des Gründers der Fränckischen Stiftungen Halle/Saale, August H. Francke.

Vom einstigen Ursprung der Stadt aus, dem Hallmarkt, führte der Stadtrundgang mitten über den Markt, vorbei an dem von seinen Bewunderern gestifteten Denkmal Händels aus dem Jahre 1859, hin zur Graseweggasse. In dieser Gasse wurden 1348 während der Pest die Aussätzigen eingemauert. Erst nach zehn Jahren wurde dieser Bereich wieder geöffnet. Im Hinblick auf den anstehenden Gottesdienst für Entschlafene waren es bewegende Momente an diesem Ort.

Nach einem Rundgang durch das Geburtshaus Händels stand der Besuch der neuen Kirche in der Pfälzer Strasse auf dem Programm. In diesem architektonisch reizvollen und gut durchdachten zweckmäßigen Kirchenbau bewiesen Geschwister der Gemeinde Halle ihre Gastfreundschaft, indem sie ihre Gäste mit einem Imbiss erfreuten.

Am Nachmittag fand dann das Konzert zur Vorbereitung auf den Gottesdienst für Entschlafene statt, vorgetragen von Sängern und Instrumentalisten aus dem Bezirk Halle. Es war eine Stunde Zeit, unter dem Thema "Brücken bauen" in sich zu gehen und nachzudenken, in wie weit es jeder neuapostolische Christ schafft, anderen zu helfen und zu vergeben - und das nicht nur an drei Sonntagen im Jahr!

Den Abschluss bildete ein Besuch der geschichtsträchtigen Marktkirche, in der 1546 Luther mehrfach gepredigt hatte. Fünf Jahre vorher war im Prozess der Abkehr des Bürgertums vom Katholizismus Erzbischof Albrecht - Luthers stärkster Widersacher - aus Halle verjagt worden.

Alle Reiseteilnehmer empfanden die Chorfahrt als sehr gelungen.

M.W.